Psalm 23
Shownotes
Es gibt Texte, die man ein Leben lang kennt — und die einen trotzdem eines Tages neu treffen. Psalm 23 ist so ein Text. Bei Beerdigungen gelesen, bei Taufen gehoert, manchmal tattowiert. Und doch fragt kaum jemand: Was bedeutet eigentlich das finstere Tal?
In dieser Folge nimmt Elias den Psalm Satz fuer Satz auseinander. Er erzaehlt von David — dem Hirten, bevor er Koenig wurde, der die judaeischen Schluchten kannte wie seine Westentasche. Er erklaert das hebraeische Wort tsalmavet, das Luther mit finsteres Tal uebersetzt hat — und das eigentlich noch dunkler klingt. Und er zeigt, warum der entscheidende Satz des Psalms nicht lautet: Ich fuerchte kein Unglueck, weil das Tal verschwindet. Sondern: weil du bei mir bist.
Gott nimmt nicht den Umweg. Er geht hindurch — mit uns. Das Tal bleibt. Aber wir sind nicht allein darin. Das ist die Botschaft von Psalm 23. Und vielleicht eine der ehrlichsten Aussagen der ganzen Bibel.
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00:00:22: Guten Morgen, ich bin Elias, Ihr Bibelbegleiter.
00:00:27: Heute sprechen wir über einen Text den fast jeder kennt – einen Text der bei Beerdigungen gelesen wird, bei Taufen, bei Hochzeiten….
00:00:37: Manche Menschen haben in sich tätowieren lassen.
00:00:41: und trotzdem wenn ich frage was bedeutet eigentlich das finstere Tal?
00:00:48: Dann wird es oft still!
00:00:50: Es geht um den Psalm, Dreiundzwanzig.
00:00:54: Heute nehmen wir uns die Zeit wirklich hinein zu hören.
00:00:58: Der Herr ist mein Hörter!
00:01:00: Mir wird nichts mangeln.
00:01:03: Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser.
00:01:09: Er erquicket meine Seele.
00:01:12: Er führt mich auf rechter Straße, Um seines Namens willen... Und ob ich schon wanderte im Finstern Tal?
00:01:21: fürchte ich.
00:01:22: kein Unglück, denn du bist bei mir.
00:01:26: Dein Stecken und Stab trösten mich!
00:01:31: Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
00:01:36: Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.
00:01:43: Gutes und beim Herzlichkeit werden mir folgen mein Leben lang – und ich werde bleiben in Hause des Herrn immer
00:01:51: da.".
00:01:53: David war Härte.
00:01:55: Bevor er König wurde, verbrachte er Jahre in der judeischen Wüste mit Schafen, Mit Einsamkeit und mit Gefahren die wir uns kaum vorstellen können.
00:02:08: Er kannte diese Schluchten, er kannte die Dunkelheit dort Und genau das macht diesem Psalm so besonders.
00:02:17: Es ist kein theologisches Lehrgedicht.
00:02:21: Es ist ein Gedicht von jemandem, der selbst durch dunkle Schluchten gegangen ist.
00:02:27: Das spürt man in jedem Fers!
00:02:31: Er weidet mich auf grüner Aue.
00:02:35: In der Wüste ist eine Grüne Weide keine Selbstverständlichkeit.
00:02:40: Sie isst fast ein Wunder.
00:02:42: Ein Hirte, der seine Herde zu frischem Wasser führt hat seine Pflicht getan.
00:02:49: Er sorgt sich – er führt sie.
00:02:52: Er kennt den richtigen Weg.
00:02:55: Das ist das erste Bild, dass David wählt.
00:02:58: Nicht Macht nicht Größe für Sorge.
00:03:03: und dann dieser eine Satz Und ob ich schon wanderte im Finstern Tal?
00:03:12: Das hebräische Wort, das Luther mit finsteres Tal übersetzt hat lautet Zalmavet.
00:03:19: Manche übersetzen es als Todesschatten Andere sagen tiefste Dunkelheit.
00:03:27: Es ist das dunkelste, ein fast forchteinflößendes Wort im ganzen Psalm.
00:03:34: Mitten in einem Gedicht über Fürsorge, Wasser, Sattheit also Sicherheit – plötzlich Todesschatten!
00:03:45: Doch David weicht nicht aus, er nennt es beim Namen und das ist das Entscheidende.
00:03:53: David sagt nicht, ich fürchte kein Unglück, weil er das Tal umgeht.
00:03:58: Er sagt Ich fürchte keinen Ungluck, weil du bei mir
00:04:02: bist.".
00:04:04: Das ist ein gewaltiger Unterschied!
00:04:07: Gott nimmt nicht den Umweg – er geht mithin durch mit uns.
00:04:14: Das Tal bleibt die Dunkelheit bleibt wie auch der Todesschatten aber wir sind nicht allein darin.
00:04:24: Dann kommt dieses erstaunliche Bild, ein gedeckter Tisch im Angesicht der Feinde.
00:04:31: Nicht nach dem Kampf – nicht wenn die Feinde besiegt sind!
00:04:36: Sondern mitten in der Gefahr steht ein Tisch wie eine Einladung.
00:04:43: Das Öl auf dem Haupt war in der Antike ein Zeichen der Ehrung.
00:04:48: Es bedeutet du bist willkommen Du bist wertvoll Du gehst nicht unter, du wirst bemerkt.
00:04:58: Und dann der letzte Satz des Psymes.
00:05:01: Auf hebräisch klingt er fast wie ein Aufatmen.
00:05:05: Ich werde bleiben im Hause des Herrn immer da.
00:05:10: Nicht ich hoffe es Nicht.
00:05:13: vielleicht Ich werde.
00:05:17: Das ist keine Bitte das ist eine Gewissheit.
00:05:21: David hat das Tal schon hinter sich.
00:05:25: Was mich an Psalm XXIII am meisten berührt, David betet nicht darum, dass die dunklen Täler –die Todesschatten- verschwinden.
00:05:36: Er betet um fürsorgliche Begleitung in
00:05:39: ihnen.".
00:05:40: Das ist ein sehr ehrlicher Glaube!
00:05:44: Keine Garantie auf ein Leben ohne Schmerz.
00:05:47: Nur diese eine Zusage….
00:05:50: Du bist nicht allein.
00:05:54: Ich denke oft an die Menschen, die diesen Psalm bei Trauerfeiern hören.
00:05:59: Er ist vielleicht der meist gelesene Text bei Beerdigungen weltweit und ich glaube das hat einen Grund – nicht weil er verspricht dass alles gut wird sondern weil er ehrlich ist.
00:06:14: Ja es wird dunkel und auch schwer Und gleichzeitig sagt er Ich bin da!
00:06:25: Ich begleite Dich, wo immer Du hingehst.
00:06:29: In welchem finsteren Tal stehen Sie gerade?
00:06:33: Oder kennen sie jemandem der gerade dort ist?
00:06:37: Vielleicht war dieser Psalm heute für Sie – vielleicht für jemanden dem Sie ihn einfach schicken können!
00:06:45: Als Trost als Begleitung, als Ausdruck der Liebe Gottes.
00:06:52: Das war der Elias Sonntags Podcast.
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00:07:18: Nächsten Sonntag sprechen wir über David & Goliath eine Geschichte, die fast alle kennen und fast alle falsch verstehen.
00:07:29: Sie finden mich unter eliasbibel.com.
00:07:33: Ich wünsche Ihnen einen frohen und gesegneten Sonntag!
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